Der Wechselhafte

16 01 2009

Er ärgerte sich. Immer muss das mir passieren schluchzte er während er das Verschüttete aufwischte. mit einem Lumpen. Erschöpft lies er sich auf die Couch fallen und schaute besorgt durch die Taucherbrille nach draußen. Die Gartenmöbel waren voller Rost und Staub, sie reflektierten die spärlichen Strahlen in diesen Tagen. Das Laub wird es wegwischen las er in seinem Horoskop. Er vertraute darauf und richtete seinen Blick auf den Helm, eine seltsame Stahlkonstuktion. Ich sollte ihn aufsetzen und draußen ein paar Sachen einsammeln dachte er sich, doch er wusste dass er sich etwas vormachte. Er würde sich in Gefahr begeben und er hasste Gefahr – besonders wenn sie ihn gefährdet.

Erschrocken fuhr er hoch. Er war eingenickt. Besuch? Wie ist das möglich?  Er zögerte doch stemmte sich hoch und betätigte den Knopf für die Tore.





Er, sein Leben und die Sabine (Noch 15 Tage bis zum X)

2 12 2008

Der Rest des Tages verlief Ereignisreich. Leider schlief er währenddessen, sodass selbst ein allwissender Erzähler kein Wort darüber verlieren sollte.

Er war super-schnell eingeschlafen. Die Meditationstechnik, die er gestern während der Arbeitszeit auf dieser Internetseite gelesen hatte, funktionierte super nice. Zur Sicherheit hatte er vorher 4 Schlaftabletten in seinem Cognac aufgelöst. Man weiß ja nie. Er schlief, wie geplant, bis Punkt Neun Uhr Dreiundvierzig. Der Wecker klang wie ein empörtes Roboterschwertkampfpublikum aus dem Jahre 2408. Einmal hatte er sich eingebildet, in die Zukunft blicken zu können, dabei hatte er seine Großmutter kennengelernt. Die war zwar lange vor seiner Geburt irgendwo in Amerika verschwunden, behauptete aber, eine Zeitmaschine erfunden gehabt zu haben, die nach der ersten Benutzung kaputt gegangen sei. Er glaubte der Alten kein Wort.

Er stand mit beiden Beinen gleichzeitig auf, reine Vorsichtsmaßnahme, man weiß ja nie. Er war ohnehin ein bisschen ängstlich geworden, seit er arbeitslos war. Sabine war schon auf. Sie gackerte aufgeregt. Freundlich wie sie war, hatte sie ihm ein Glas Milch gepresst, sie war immernoch ein bisschen außer Atem. Er tätschelte ihren Kopf, bevor er die Tasse mit seinem Lieblingsgetränk exte. Sie schmeckte scheiße, wie immer.

Er hüpfte zum Kalender und riss das vorderste Blatt ab. „febrero 14“ stand auf dem darunter erscheinenden Zettel. Den spanischen Kalender hatte er im Kiosk um die Ecke geklaut. Es gehörte einem Franzosen, alle nannten ihn immer „der Franzose“. Wie naheliegend. Er blickte zu Sabine, dann auf das Kalenderblatt, dann wieder zu seiner kleinen Freundin. Als er ihr zunickte, ging ihr Hintern in Flammen auf. „Ok, das ist es also dieses Jahr“, schrie Sabine gelassen. Er rannte in Richtung Badezimmer, um Wasser zu holen. Als er mit dem halbvollen Zahnputzbecher zurück ins Schlafzimmer kam, war Sabine, beziehungsweise das, was er für Sabine gehalten hatte, gerade dabei, sich aus dem brenndenden Fell zu schälen. Was er sah, war ein kleines, glänzendes Metallmädchen, das gerade dabei war, die brennenden „Sabine-Überreste“ mit einer Art Duschbrause, die es wohl an Stelle von einem Mund hatte, zu löschen. Es zischte. Es war das vorletzte, was er sah, bevor er ohnmächtig wurde.

-Fortsetzung folgt…-





Er, sein Leben und die Sabine (Noch 16 Tage bis zum X)

28 11 2008

Es war die Langeweile, die ihn zum Sündenschrank führte. Sündenschrank, so hatte es eine von diesen Trullas im Fernsehen genannt, in einer dieser Sendungen die er so hasste. Er verpasste nie eine Folge.

Die ersten 4 Tüten Chips schmeckten noch super nice. Das Aroma ließ ihn beinahe vergessen, dass er 11 Jahre zuvor, so Mitte Februar, bei einem Sturz vom Spülkasten, seinen Geschmackssinn verloren hatte. Seine einzige Freundin, Sabine, machte andauernd Witze darüber. Obwohl sie durch die Bank geschmacklos waren, musste er manchmal schmunzeln. Aber nur ein bisschen. Sabine, ihr linkes Horn war vor ca. 10 bis 11 Jahren am Valentinstag bei einem Vorfall im Badezimmer in der Mitte abgebrochen, hatte ein kuschelig weiches Bauchfell.

Mehr Freunde hatte er nicht mehr. Alle anderen, die er mal als solche angesehen hatte, behaupteten mittlerweile er sei verrückt geworden. Aber das war er nicht. Da war er sich fast sicher. Sabine hatte den Psychotest extra ausgefüllt, den er eigens entworfen hatte, und das Ergebnis war eindeutig: „Eins Komma Fünf“. Er musste täglich laut lächeln, wenn er das Gekrakel las. Für ihre Spezies verfügte sie über eine hervorragende Schrift. Manchmal machte er sich lustig über die runden Flecken an ihrem Hintern. Sie hasste das, denn sie hatte sie noch nie gesehn.

Einmal im Jahr hatte er große Langeweile, es war immer am gleichen Tag. Dreizehnter Zwoter, der Tag vor seinem persönlichen Super-Tag. Seine zahlreichen Freunde belächelten ihn dafür, aber er wusste, dass er Super-Fähigkeiten hatte. Allerdings eben nur einmal im Jahr. War aber immerhin besser als nur einmal in zwei Jahren. Er war sich zu seinem eigenen Pech allerdings noch nicht ganz bewusst, welche Superkraft genau es war, die ihm zur Verfügung stand. Deshalb probierte er rum.

-Fortsetzung folgt…-