Zeit ist Gelb.

18 12 2008

Als ich meine Augen öffne, ist es draußen schon dunkel. Oder noch. Egal, die gelbe, bröselige Kruste verklebt mir sowieso die Lider, und so robbe ich zum Badezimmer. Es heißt so, obwohl ich darin gar nicht bade. Pah! Mit einem gezielten Schwall warmen Urins bringe ich den Schnodder zum schmelzen. Ein mittelmäßiges Gefühl. Ein paar gelbe Tränen kullern meine Wange runter. Vor der Morgentoilette entscheide ich mich, einen Happen zu essen. Fatale Entscheidung. Zum Glück bin ich nackt, so muss ich nur das falsche Eisbärfell reinigen. Ich rege mich kurz auf, als ich mich daran erinnere, dass es vor 2 Minuten noch weiß war. Eisbären sind in echt dreckig und gelb, das weiß doch jedes Kind! Ich überlege kurz, ob Eisbären auch manchmal weinen, dann wird mir die Sinnlosigkeit des Gedankens bewusst. Kacke, wieder Zeit verschwendet. Glücklicherweise habe ich noch ordentlich Zeit über. Ein Blick auf mein Werk lässt ein Bild vor meinem geistigen Auge aufblitzen. Der Traum, den ich gestern Nacht hatte. Mein Gott was für eine Scheiße. Meine Jacke war am Anfang des Traums, direkt nach dem Vorspann, irgendwie mit Kacke beschmiert worden, und ich musste mit einigen mir bekannten Leuten auf die wichtige Quest, Destination nach Hause. Beim Gedanken, einen Traumdeuter aufzusuchen, fällt mir der extrem mittelmäßige Hypnotiseur ein, der gestern im Fernseher sein Unwesen trieb. Ich will nicht sagen, dass ich schlauer bin als er, aber manchmal muss man eben Dinge tun, die man nicht so gerne mag. Ich entscheide mich, das Polarbärimitat noch ein paar Tage liegen zu lassen, in der Hoffnung, dass sich das Problem irgendwie von selbst löst. Zum Beispiel indem ich einfach aufwache. Hat gestern auch geklappt.





Lebenswandel: Vom Jogger zum Blogger

16 09 2008

Ich war müde. Sehr sogar. Die Schmerzen in der Milzgegend, oder wie das heißt da untenrum, wurden immer stärker. Mein Blick streifte über die Tageszeitung. „PAH überhaupt nicht reißerisch genug! Da fehlen Titten, und die Ypsilon-Frau seh ich da nirgends mit nem Hörer!“, schrie ich im Inneren meiner Denkfabrik. Es hallte mindestens achtmal zurück. Sie war wie ausgestorben. Als die Schlagzeile meine, zugegeben, enorm lange, dicke, Baden-Württembergische Leitung endlich passiert hatte, war ich längst in der Küche. Meine Interpretation der geflügelten Worte wirkte wie eine Einladung zu einer großen Party in meinem Kopf. Mit Bass und Fetensachen. Super Nice! Laut lachend stand ich in der Küche und drückte den Knopf in der Mitte. Die Maschine begleitete mich mit einer Bohnen-zermahl-Arie in B-Dur. Wir waren ein super Trio. Deshalb hatte ich mit dem Joggen aufgehört. Ihr zuliebe.